Ich beschäftigte mich schon sehr früh mit Ernährung, wie du vielleicht schon in meinen anderen Blogartikeln gelesen hast. Daher ist eine meiner drei großen Säulen für Hochsensible die Ernährung. Ich möchte in folgendem Blogartikel näher auf die Grundbedürfnisse von hochsensiblen Personen bezüglich Ernährung eingehen. Ich gehe hier absichtlich mit den Informationen nicht gänzlich in die Tiefe, da ich eine Übersicht und leichte Verständlichkeit der Informationen bieten möchte.

Wichtig vorab zu verstehen ist, dass du als hochsensible Person eine geringere Reizschwelle hast, als normal Sensible. Das heißt, dein Körper reagiert beispielsweise auf einen Vitalstoffmangel oder sogenannte Dopaminagonisten sensibler. Das kombiniert mit Stress führt zu einer Überstimulation deines Nervensystems und kann in Symptomen wie Kopfschmerzen, Muskelschwäche oder sogar Erschöpfung münden. Vielleicht kennst du diese bereits aus deinem Alltag.

Allgemein sei gesagt, dass eine gesunde Ernährung total relativ ist und für jeden Körper unterschiedliche Bedürfnisse gelten. Jeder Körper ist individuell, so auch jeder hochsensible Körper! Eine gute Makronährstoffverteilung, also eine gute Verteilung an vollwertigen Kohlenhydraten, gesunden Fetten und Variation an Eiweißquellen ist allgemeingültig. Hinzugezogen wichtige Mikronährstoffe wie bspw. Eisen, Magnesium und diverse Vitamine.

Ich spreche in diesem Artikel aus Sicht einer pflanzenbasierten Ernährung, liefere also keine Informationen bezüglich tierischer Produkte. Du darfst aus gesundheitlichen, ethischen und ökologischen Gründen selbst entscheiden, ob du Tierprodukte konsumieren möchtest oder nicht. Ich empfehle dir, falls du noch sehr viele tierische Produkte konsumierst sie zumindest zu reduzieren, zu minimieren, oder gänzlich zu meiden.

WICHTIGSTE NÄHRSTOFFE FÜR HOCHSENSIBLE UND WORIN SIE VORKOMMEN:

NATÜRLICHES GLUTAMAT

Achtung! Gemeint ist hier nicht das Glutamat, das als Geschmacksverstärker in Instantsuppen, etc. verwendet wird. Ich meine Glutamat (=Aminosäure, also ein Baustein von Eiweiß) aus vollwertigen Lebensmitteln natürlichen Ursprungs!

  • Walnüsse, Tomaten, grüne Bohnen, Pilze, Erdnüsse, Erbsen, Brokkoli, Traubensaft

Glutamat ist deshalb wichtig, da daraus in der Bauchspeicheldrüse und im Gehirn GABA (Gamma-Aminobuttersäure) produziert wird. Einfach erklärt ist GABA ein wichtiger Neurotransmitter in unserem Gehirn, der eine beruhigende Wirkung hat. Für uns Hochsensible bedeutet das, dass Reize verlangsamt oder gar nicht im Nervensystem ankommen. Das heißt quasi dass wir über das Glutamat und das daraus produzierte GABA der Reizüberflutung trotzen können!

SEKUNDÄRE PFLANZENSTOFFE

  • Obst, Gemüse, Nüsse, Getreidesorten, Hülsenfrüchte, (Wild-)Kräuter

Ich verzichte bei Getreidesorten oftmals auf glutenhaltige Sorten, v.a. Weizen

AMINOSÄUREN (EIWEISSQUELLEN)

  • Quinoa (Enthält alle essentiellen Aminosäuren!), Reis, Chiasamen, Hanfsamen, Linsen, Erbsen, Bohnen, Erdnüsse Kichererbsen, Tofu, Tempeh, Walnüsse, Cashewnüsse, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne,

GLUTENFREIE GETREIDESORTEN

  • Reis, Mais, Buchweizen, Hirse, Amaranth, Quinoa, Glutenfreier Hafer (Kennzeichnung!), Chiasamen, Soja

Zum Backen gibt es auch verschiedene glutenfreie Mehle wie Reis-, Buchweizen-, Kokos- oder Mandelmehl. Das glutenfreie Mehl mit einem Stärke oder Bindemittel wie Speisestärke oder Guarkernmehl mischen!

DIESE STOFFE SOLLTEST DU NUR IN GERINGEN MENGEN KONSUMIEREN:

DOPAMINAGONISTEN

Dopamin aktiviert dein Nervensystem und gilt als „Glückshormon“. Ein Wert, der zu niedrig, zu hoch oder ständig von niedrig zu hoch „schießt“, stresst unseren Körper jedoch.

  • Sind z.B. Kaffee, Alkohol, Vielzahl an Medikamenten, Gluten- und Milcheiweiß

GLUTEN & MILCHEIWEIß

Kann deinen hochsensiblen Darm, unabhängig ob eine diagnostizierte Laktoseintoleranz oder Zöliakie vorliegt, reizen. Und gelten als Dopaminagonisten wie oben schon beschrieben.

INDUSTRIEZUCKER

Industriell hergestellten, raffinierten Zucker solltest du meiden. Er enthält nämlich bspw. keine Vitamine mehr, die eigentlich natürlicherweise in der ganzen Zuckerrübe oder im Obst stecken.

Daher rate ich dir möglichst immer die ganze Frucht zu essen. Einfach pur oder als Smoothie. Beim Backen nutze ich total gerne Datteln, Bananen, Ahornsirup oder Kokosblütenzucker.

Versuche auch Tee, Kaffee, Obst, usw. nicht zu süßen oder zusätzlich zu süßen. Ich habe mir das schon vor Jahren abgewöhnt. Das Verlangen nach Industriezucker wird mit Geduld immer weniger werden. Außerdem hat sich meine Geschmackswahrnehmung ungemein differenziert.

HISTAMIN & FRUKTOSE

Auf das Thema Histamin und Fruktose wird in der Literatur bezüglich Hochsensibilität ebenfalls hingewiesen. Ich liste beide Stoffe hier zur Vollständigkeit mit auf. Ich habe allerdings keine persönlichen Erfahrungen mit diesen beiden Stoffen und möchte das daher auch nicht kommunizieren. Falls das ein interessantes Thema für dich sein sollte, recherchiere doch selbst gerne im Web!

Falls du aufgrund spezifischer Symptome eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bei dir vermutest, dann kläre das bitte ärztlich ab! Zusätzlich lohnt es sich jedoch immer seinen Körpersignalen zu lauschen und auszuprobieren was dir an Lebensmitteln gut tut und was nicht. Denn dein Körper ist schließlich dein eigenes Haus in dem nur du wohnen darfst!

Sind noch Fragen offen geblieben? Dann kontaktiere mich doch gerne per E-Mail über mein Kontaktformular auf der Website oder auf Social Media. Ich freue mich von dir zu hören!

Schreib einen Kommentar